Mehrleinige Drachen sind in der Regel lenkbar. Sie haben gewöhnlich zwei Leinen, an denen unterschiedlich stark gezogen werden kann. Jeweils eine Leine ist mit einem Ende des Drachens verbunden. Meist gibt es ein linkes und ein rechtes Ende, an dem jeweils eine Leine befestigt ist. Damit sich der Drachen nicht nur in Flugrichtung (nach oben) lenken lässt, sondern auch ein Stillstand und Gegenrichtung (also nach unten) möglich wird, ist ein weiteres Leinenpaar erforderlich. Der Pilot lenkt dabei seinen Vierleiner mit jeweils links und rechts gehaltenen Griffhanteln.

 

 Styx 1.8 UL im Fade

STX

 

Da Drachen die Eigenschaft haben, bei genügend Wind von allein aufzusteigen, kann, wenn z. B. an der rechten Leine stärker gezogen wird, in diesem Fall der linke Teil des Drachens schneller aufsteigen. Folglich dreht er sich in diesem Fall um seinen rechten Teil, vom Piloten aus gesehen im Uhrzeigersinn. Dabei stehen sich der Vektor der Windkraft und der Vektor der Zugkraft nicht genau gegenüber. Folglich verdreht sich der linke Teil des Drachens leicht nach hinten (nach Lee), so dass der Drachen aus Sicht des Piloten weiter nach rechts zeigt. Das hat zur Folge, dass der Drachen auch weiter nach rechts fliegt. Mit dem Zug an der linken Leine verhält es sich spiegelsymmetrisch.

Piloten können mit Zug an den Leinen den Lenkdrachen Loopings, Winkel und andere Figuren fliegen lassen. Je nach Leinen sind bis zu 15 Loopings und somit Verdrehungen der Steuerleinen nach einer Seite möglich. Das funktioniert auch als Mannschaftssport, üblicherweise vier Piloten bilden eine Crew und fliegen in Wettkämpfen gemeinsame Figuren.

Der Deltadrachen ist der klassische Lenkdrachen. Er wurde neben dem Rhombusdrachen als erster als Lenkdrachen eingesetzt.

Der Delta besteht aus einem V-förmigen Segel, das durch ein etwas schmaleres V in der Stabkonstruktion aufgespannt wird. Der Wind wölbt die Segelflächen nach oben und bildet das Profil aus. Bei etwa einem Drittel der Stablänge des V und bei rund zwei Dritteln wird je eine Waageleine befestigt. Eine dritte Leine wird an das untere Ende der Mittelstrebe geführt (Dreipunktaufhängung). Damit erhält man zwei Befestigungspunkte für die Steuerleinen.

Deltadrachen gibt es in vielen Ausführungsvarianten.

Grundsätzlich gilt, dass kleine Drachen schneller in ihren Bewegungen sind, große dagegen langsamer. Große Drachen entwickeln deutlich höhere Zugkräfte als kleine.

 

Mattendrachen 

Mattendrachen (auch: Airfoils, Parafoils,Soft Kite,Lenkmatte oder einfach Matte genannt) sind stablose Drachen, die bei Anströmung ein Flügelprofil ähnlich einem Gletschirm entwickeln. Da sie vollständig aus Gewebe und Leinen bestehen, können sie platzsparend gefaltet werden und problemlos auch im Fluggepäck transportiert werden.

Die Matten bestehen aus Ober- und Untersegel, denen durch verbindende Stege ein Flügelprofil gegeben wird. Die entstehenden Kammern sind alle oder teilweise an der Anströmungsseite geöffnet. Die Kammern sind untereinander verbunden, damit Druckunterschiede im Innern ausgeglichen werden können.

Bei Anströmung auf die Vorderkante füllen sich die Kammern mit dem Staudruck, der höher ist als die Drücke auf der umströmten Außenfläche. Dadurch wird das Profil der Matte stabilisiert. Der durch den Unterdruck auf der Oberseite entstehende Auftrieb, wird durch eine komplexe vielleinige Waage von der Unterseite auf die zwei Zugleinen abgeleitet.

Matten werden durch unterschiedliche Längen der beiden Zugleinen gelenkt. „Vierleiner“-Matten besitzen zwei weitere Leinen – Bremsleinen –, die auf die hintere Kante des Profils wirken. Bremsleinen unterstützen die Lenkbarkeit. Durch gleichzeitigen Zug an beiden Bremsleinen kann der Auftrieb der bewegten Matte erhöht werden oder auch die Matte abgebremst und gelandet werden. Vierleiner können auch rückwärts vom Boden starten. Der Einsatz aller vier Leinen wird im sportlichen Einsatz wegen der exakteren Lenkbarkeit und Dosierbarkeit der Zugkräfte bevorzugt. Manche Lenkmatten können wahlweise als „Zweileiner“ oder „Vierleiner“ geflogen werden.

Eine Matte muss immer mit Zug an den Leinen geflogen werden. Wird sie nicht ausreichend angeströmt, so wird sie drucklos und klappt zusammen.

 

   Vierleiner Stabdrachen

 

Revolution 1.5 JB Series

 

REV

 

Die Steigerung des Lenkdrachens findet sich im Vierleinerdrachen wieder.Beim Vierleiner werden die beiden üblichen Steuerleinen durch zwei weitere

Bremsleinen ergänzt . Durch diese beiden Leinen lässt sich der Anstellwinkel der beiden Segelflächen variabel einstellen.

Damit lassen sich die Drachen auch rückwärts fliegen,auf der Stelle stehen oder drehen.

Einer der bekanntesten Hersteller für Vierleiner ist die Firma Revolution in den USA.


 
Valid XHTML & CSS | Template Design LernVid.com and ah-68